Designer:innen nutzen unser Figma-Plugin: Unsere besten UX/UI-Learnings

Unser Figma Plugin Local Print hat die 3.000-User-Marke geknackt. Was der Meilenstein über moderne UX/UI Design Workflows und Design Systems verrät.

Designer:innen nutzen unser Figma-Plugin: Unsere besten UX/UI-Learnings
Warum ist die klare Dokumentation von Design-Variablen wichtig? Welches Problem löst das Figma Plugin „Local Print“?
Eine klare Dokumentation verhindert inkonsistentes Design (z. B. falsche Abstände oder Farben). Inkonsistenzen erhöhen die kognitive Belastung der Nutzer (Cognitive Load), was sich negativ auf die Usability, Retention und Conversion Rate auswirkt. Es automatisiert die visuelle Dokumentation aller Figma-Variablen (Farben, Spacings, Radien, etc.). Dadurch spart es Zeit, vermeidet manuelle Übertragungsfehler und erleichtert die fehlerfreie Übergabe (Handover) an Entwicklerteams.

Wie sollte man bei der Strukturierung von Design-Variablen vorgehen? Warum ist der Handover von Design- an Entwicklungsteams oft problematisch?
Eine App, oder Design-Tool allein reicht nicht. Die Basis ist wichtig: Klare Naming Conventions für Tokens sind der Anfang. Zudem muss die Dokumentation direkt in den Designprozess integriert werden, nicht erst als nachträglicher Anhang erfolgen. Das Design-Team fokussiert sich auf Ästhetik, User Experience (UX) und den idealen Nutzerfluss. Das Entwicklungs-Team hingegen denkt in Komponenten, Systemarchitektur, Datenstrukturen, Edge Cases (Ausnahmefällen) und technischer Machbarkeit.

Als wir Anfang 2024 unser erstes eigenes Figma Plugin Local Print im Figma Community Marketplace veröffentlicht haben, war das Ziel zunächst ein sehr pragmatisches: Wir wollten ein Werkzeug bauen, das uns selbst die Arbeit erleichtert. Knapp zwei Jahre später nutzen mehr als 3.000 Designerinnen und Designer weltweit unser Plugin, um ihre Design-Variablen zu dokumentieren – und für uns als UX/UI Agentur aus Berlin ist das ein guter Anlass, einmal zurückzublicken: Was sagt dieser Meilenstein eigentlich über den Stand moderner Design Workflows aus? Und warum ist die saubere Dokumentation von Design Tokens heute ein so unterschätzter Hebel für gute User Experience?

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Das Local Print Figma Pulgin: Vom internen Werkzeug zum Community-Tool

Der Auslöser für Local Print war eine kleine, aber nervige Schwachstelle in unserem Alltag. In nahezu jedem unserer App-Projekte arbeiten wir mit Figma Variables: Farben, Spacings, Radien, Typografie-Tokens. Sie sind das Rückgrat eines jeden modernen Design Systems – und genau hier hakte es.

Die Übergabe der Variablen an unsere Entwicklungsteams oder Kunden war fehleranfällig. Die Dokumentation manuell aktuell zu halten kostete Zeit und führte regelmäßig zu veralteten Werten. Bestehende Plugins am Markt deckten unsere Anforderungen nicht vollständig ab. Also haben wir uns entschieden, das Problem selbst zu lösen.

Das Ergebnis: ein Plugin, das automatisiert eine vollständige, visuelle Dokumentation aller Design-Variablen in Figma erzeugt – inklusive Farbtokens, Spacings, Radien, Strings und Booleans. Mehr Hintergründe zur Entstehung haben wir in unserem ursprünglichen Beitrag zur Entwicklung des Plugins festgehalten.

Was die 3.000-User-Marke wirklich bedeutet

3.000 Installationen klingen erstmal nach einer schönen Zahl. Spannender ist aber, was sie über die Branche aussagt:

1. Design Tokens sind im Mainstream angekommen. Vor wenigen Jahren war "Design Tokens" noch ein Buzzword, das vor allem in großen Tech-Konzernen diskutiert wurde. Heute arbeiten auch kleinere Teams selbstverständlich mit Variablen – und stoßen dabei auf dieselben Probleme, die wir 2024 hatten.

2. Die Lücke zwischen Design und Development ist real. Der häufigste Anwendungsfall, den uns Nutzer:innen zurückspielen, ist die Handover-Situation: Designerinnen und Designer brauchen ein nachvollziehbares Artefakt, das sie an Entwickler:innen weitergeben können. Dass ein simples Dokumentations-Plugin auf so viel Resonanz stößt, zeigt: Selbst mit Figma Variables, Dev Mode und Design Token-Standards ist die Brücke zwischen Disziplinen noch nicht so robust, wie sie sein müsste.

3. Geschwindigkeit schlägt Perfektion – aber nur mit Struktur. Teams wollen heute schneller liefern, ohne Qualität zu opfern. Genau das ist auch unser Ansatz, wenn wir mit Kunden an UX/UI Design für Apps und digitale Produkte arbeiten: Ein erster Prototyp in vier Wochen ist nur dann sinnvoll, wenn die Foundation – also Design System, Tokens, Komponenten – sauber aufgesetzt ist.

Warum Design-Variablen die Basis guter UX sind

Es klingt vielleicht trocken: Variablen-Dokumentation. Doch wer im Tagesgeschäft mit Apps und Web-Produkten arbeitet, weiß, wie viel Nutzer-Frust auf inkonsistentes Design zurückgeht. Buttons, die mal eckig und mal abgerundet sind. Abstände, die sich von Screen zu Screen unterscheiden. Farben, die im Dark Mode nicht mehr lesbar sind.

All das sind keine reinen Schönheitsfehler – es sind UX-Probleme. Studien zur Cognitive Load zeigen seit Jahren: Inkonsistenzen erhöhen die mentale Belastung der Nutzer:innen, senken die Conversion und verunsichern beim Onboarding. Ein gepflegtes Design System mit dokumentierten Tokens ist deshalb keine reine Designer-Spielerei, sondern ein direkter Hebel auf Geschäftskennzahlen wie Retention und Conversion Rate.

Genau deshalb investieren wir in Projekten so viel Energie in den Aufbau skalierbarer Design Systems – und genau deshalb ist Local Print für uns mehr als ein Plugin. Es ist ein Symbol dafür, wie wir arbeiten: pragmatisch, automatisiert und mit Fokus auf das, was am Ende beim Nutzer ankommt.

Drei Learnings aus zwei Jahren Figma Plugin Entwicklung

Aus dem Feedback unserer Community und unserer eigenen Arbeit nehmen wir vor allem drei Erkenntnisse mit, die für jedes UX/UI-Projekt relevant sind:

Naming Conventions sind wichtiger als Tools. Ein gutes Plugin kann nichts retten, was im Naming bereits chaotisch ist. Wir haben dazu in einem eigenen Beitrag über Color Tokens zusammengefasst, wie wir bei Hybrid Heroes Tokens strukturieren – das gilt analog für Spacings, Typografie und Radien.

Dokumentation muss Teil des Designprozesses sein, nicht ein Anhang. Wenn Dokumentation erst nach dem Design entsteht, ist sie schon veraltet, bevor sie fertig ist. Tools wie Local Print helfen, diesen Schritt direkt in den Workflow zu integrieren.

Custom Tools zahlen sich aus – wenn das Problem konkret genug ist. Nicht jedes Team braucht ein eigenes Plugin. Aber wenn ein wiederkehrendes Problem fünf Personen mehrere Stunden pro Woche kostet, lohnt sich der Blick auf eine maßgeschneiderte Lösung. Wir unterstützen Kunden bei genau solchen Fällen mit unserer Figma Plugin Entwicklung.

Wie geht es mit Local Print weiter?

Wir entwickeln Local Print kontinuierlich auf Basis von Community-Feedback weiter. Auf der Roadmap stehen unter anderem erweiterte Export-Optionen, bessere Unterstützung für Mode-Variablen (Light/Dark/Brand) und tiefere Integrationen in den Handover-Prozess Richtung Code.

Wenn ihr das Plugin selbst ausprobieren wollt, findet ihr es kostenlos im Figma Community Marketplace. Über Feedback, Feature-Wünsche und Bug Reports freuen wir uns – sie sind der Grund, warum aus einem internen Tool inzwischen ein Werkzeug für tausende Designteams geworden ist.


Du arbeitest an einem digitalen Produkt und brauchst Unterstützung beim Design?

Als UX/UI Design Agentur in Berlin begleiten wir Unternehmen von der Product Discovery über Prototyping bis zum fertigen Design System. Über 100 App-Projekte mit Kunden wie ADAC, BOMAG, Charité und Springer Medizin haben gezeigt: Gutes UX/UI Design ist mehr als schöne Oberflächen – es ist die Grundlage für Produkte, die Nutzer:innen wirklich gerne verwenden.