Lovable & Figma Make: Wie gut lässt sich Vibe Coding in der App-Entwicklung einsetzen?
Wie gut lässt sich Vibe Coding in der App-Entwicklung einsetzen? Wie können Lovable & Figma Make sinnvoll genutzt werden, um Zeit und Kosten zu sparen?
Vibe Coding ist noch ein relativ neuer Trend in der App Entwicklung, der es möglich machen soll, mit Hilfe von KI und natürlicher Sprache Software zu entwickeln. Das Versprechen: mittels einfacher, verbaler Prompts können spezielle Tools komplexe Anwendungen oder Apps direkt erstellen. Code und Design werden automatisch und vollständig nach den Vorgaben der Anwender erstellt. Soweit die Theorie. In diesem Artikel untersuchen wir die tatsächlichen Fähigkeiten von Tools wie Lovable und Figma Make und zeigen auf, wo ihre Grenzen liegen.
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Was ist Vibe Coding?
Der Begriff Vibe Coding beschreibt die Entwicklung von Softwareanwendungen und Full-Stack-Apps mithilfe eines KI-gesteuerten Tools. Vibe Coding verwandelt Ideen mit minimalem Aufwand in funktionale, skalierbare Anwendungen, selbst für Nutzer ohne Programmierkenntnisse.
Welche Vorteile bietet Vibe Coding?
Die Nutzung von Vibe Coding kann bei der Software- und App-Entwicklung Vorteile haben. Hier ein kurzer Überblick über potentielle Vorteile von Vibe Coding:
Demokratisierung der Software-Entwicklung
Software zu schreiben ist ein komplexer Prozess, der umfangreiche technische Fähigkeiten und in der Regel jahrelanges Training erfordert – zumindest bisher. Vibe Coding verspricht, dass sich all dies bald ändern wird: Jeder, der eine Idee hat, kann diese nun ganz einfach umsetzen, auch ohne Programmierkenntnisse. Die Demokratisierung der Software-Entwicklung.
Auslagerung von Standard-Aufgaben an KI Systeme
In vielen Bereichen der Programmierung gibt es mittlerweile etablierte Standards. Aufgaben wie Prototyping oder die Erstellung von Standard UX Flows, die früher viele Tage in Anspruch nahmen, können heute mit Hilfe von KI-gestützten Systemen in wenigen Stunden erledigt werden.
Verkürzte Entwicklungszyklen
Studien zeigen, dass bereits jetzt bereits 59% aller Entwickler KI nutzen. Obwohl es sich hierbei größtenteils nicht um Vibe-Coding-Anwendungen handelt, ist es leicht vorstellbar, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich auch Vibe-Coding etabliert und auf Vibe-Coding basierende KI-Systeme zu einem weiteren Werkzeug werden, das effiziente Entwickler standardmäßig einsetzen.
Wo stößt Vibe Coding noch an Grenzen?
Trotz der Vorteile und des aktuellen Hypes um Vibe Coding ist es wichtig, die Grenzen dieses noch neuen Programmieransatzes zu verstehen. Insbesondere bei komplexen Projekten müssen Prompts oft verfeinert und mühsam angepasst werden, bis die gewünschten Ergebnisse vollständig erzielt werden können. Weitere Probleme, die auftreten können, sind:
Spaghetti-Code Erstellung
Viele Prompt-Anpassungen ohne klare Struktur und insbesondere viele nachträgliche Korrekturen führen zu unübersichtlichem Code, der sich nur noch sehr schwer refaktorisieren lässt.
Vendor Lock-in
Das große Versprechen einer kostengünstigen, selbst erstellten App kann in der Praxis daran scheitern, dass eine via Vibe Coding programmierte App komplett von den proprietären Komponenten eines einzigen Tools abhängt. Kosten-Anpassungen dieses Tools schlagen somit direkt durch und spätere Migrationen sind oft teuer und komplex.
Nicht skalierbare Infrastruktur
Ein großes Problem des Vibe Codings ist, dass es zumindest derzeit eher noch für nicht kommerzielle Anwendungen mit Hobby-Charakter ausgelegt ist. Bei größeren Nutzerzahlen oder komplexen Integrationen in andere ERP- oder CRM-Systeme stößt es in der Regel sehr schnell an seine Grenzen.
Leistung & Sicherheit
Besonders für größere Firmen und professionell genutzte Anwendung ist der Einsatz von KI-generierten Code ein großer Risikofaktor. Er ist oft Frontend-lastig, nicht auf hohe Performance optimiert und potenziell unsicher. Ohne regelmäßige Prüfungen drohen Sicherheitsrisiken, Performance-Einbrüche und Verfügbarkeitsengpässe.
Wie kann Vibe Coding auch schon heute professionell eingesetzt werden?
Vergleicht man das Potenzial von Vibe Coding mit seinen Limitierungen, wird schnell klar, wann und wie es bereits heute sicher und gewinnbringend eingesetzt werden kann:
- Ideen können viel schneller visualisiert werden.
- Konzepte können direkt getestet werden.
- UX-Prototypen, die wie echte Apps wirken, lassen sich schnell und kostengünstig erstellen.
Was Vibe Coding (noch) nicht kann, ist die Entwicklung komplexer, produktionsreifer Anwendungen. Selbst für ein vollständiges MVP (Minimum Viable Product) ist die Funktionalität der meisten Tools derzeit oft unzureichend. Und insbesondere in Bezug auf Performance, Sicherheit, Skalierbarkeit oder individuelle Logik ist Vibe Coding noch weit davon entfernt, eine echte Alternative zu sein.
Kurz gesagt: Vibe Coding ist heute die schnellste Brücke zwischen Idee und erstem erlebbaren Prototyp, aber noch nicht ausgereift genug, um in der klassischen Softwareentwicklung einen wahren Nutzwert zu generieren.
Lovable und Figma Make: KI-gestützte Full-Stack-App-Entwicklung
Lovable und Figma sind zwei populäre KI basierende Tools, die im Bereich Vibe Coding ganz vorne mitmischen.
Lovable: Vibe Coding mit Backend-Funktionalitäten
Lovable ist eines der fortschrittlichsten Tools im Bereich des Vibe-Codings. Die Plattform kombiniert KI-generierte Oberflächen, bietet eine Backend-Integration (via Supabase) und die Möglichkeit, Code zu exportieren.Lovable hat also den Anspruch, im Gegensatz zu vielen anderen Vibe-Coding-Plattformen über einfache visuelle Mockups hinauszugehen.
In der Praxis kann Vibe Coding bereits effektiv in Anwendungen mit einfacher Logik eingesetzt werden, um:
- Interaktive Prototypen erstellen: In wenigen Minuten lassen sich klickbare, funktionsfähige Screens erstellen.
- Design-to-Code-Tests durchzuführen: Figma-Designs können direkt importiert und in reaktiven Code umgewandelt werden.
- Technische Machbarkeitsstudien umzusetzen: Entwickler können neue Ideen validieren, ohne ein ganzes Repository aufsetzen zu müssen.
Sobald eine App komplexere Funktionen wie z.B. eine mehrstufige Authentifizierung, individuelle APIs oder Echtzeit-Datenverarbeitung benötigt, stößt auch Lovable an seine Grenzen.
Figma Make
Figma Make ist ein von Figma entwickeltes KI-Design-Tool. Es ist in die normale Figma-App integriert, erstellt aber keine Figma-Dateien, sondern nutzt, ähnlich wie Lovable, KI, um Designs und Code zu generieren. Im Gegensatz zu Lovable können in Figma Make die in Figma erstellten Design Systeme integriert werden. Die Backend-Integration über Supabase ist ebenfalls bereits verfügbar, unterliegt jedoch noch gewissen Einschränkungen.
Direkter Vergleich: Figma Make vs. Lovable
Wer zwischen Figma Make und Lovable wählen möchte, sollte sich darauf konzentrieren, welches Tool besser zu den eigenen Design-to-Code-Anforderungen passt.Beide Tools eignen sich besser für unterschiedliche Anwendungsfälle.
Funktions- und Leistungs-Vergleich
Fazit: Vibe Coding eher ein Katalysator als eine vollwertige Alternative
Wie dieser Artikel aufzeigt, ist Vibe Coding ist (noch) kein Ersatz für die traditionelle Softwareentwicklung, sondern fungiert eher als ein Katalysator.Es ermöglicht auch technisch weniger versierten Anwendern, erste Ideen zu visualisieren, hilft Produktmanagern, Prototypen schneller und kostengünstiger zu erstellen und vor Beginn der eigentlichen Programmierung schneller zu iterieren.
Insbesondere Lovable aber zeigt klar, wohin die Reise geht: Obwohl das Vibe Coding noch ganz am Anfang steht, lassen sich schon jetzt beachtliche Ergebnisse erzielen: Mit minimalem Prompting lassen sich visuell überzeugende Prototypen erstellen, die realen Anwendungen bemerkenswert nahe kommen. Für robuste und skalierbare digitale Produkte bleibt die menschliche Entwicklungsarbeit jedoch nach wie vor entscheidend. Kontaktieren Sie uns, um zu erfahren, wie Vibe Coding effektiv zur Umsetzung Ihrer Idee eingesetzt werden kann.